Finde, das lässt sich noch nicht sagen. Bei ihm haben die großen Namen wie Alaba häufig abgesagt, es haben nach der Ära Koller viele Spieler sehr früh ihre Karriere beendet und man hatte häufig Verletzungspech. Foda musste also mehr Spieler ausprobieren (wobei er wohl ohnehin mehr getestet hat als Koller). Taktisch zeigt sich Foda nicht auf ein System fixiert, aber manche Entscheidungen sind komisch.

Die Umstellung zur Dreierkette war nicht so unklug (aber die hat auch Koller schon versucht). Man hat ja ganz gute Innenverteidiger und zentrale Mittelfeldspieler. Am Flügel ist da Alaba gut aufgehoben, weil er defensiv und offensiv zur Geltung kommen kann und nicht unzufrieden ist, wenn er "nur" LV spielt. Gleichzeitig kann Arnautovic in den Sturm wechseln und das Spiel mehr an sich reißen. Problematisch ist halt, dass nach Janko irgendwie ein Knipser fehlt, der die Tore einfach macht.

Gegen Nordirland hat Foda wieder auf 4-2-3-1 umgestellt, aber Alaba und Lazaro als Flügelstürmer gebracht, die bei ihren Vereinen deutlich defensiver agieren. Sowas hätt ich gegen große Gegner verstanden, fand das aber für ein Pflichtsiegspiel etwas zu vorsichtig. Dementsprechend kreativ war auch die erste Halbzeit. Aber gewonnen hat er ja, also war schon okay. In der Nation League hätt man sich vielleicht gegen Bosnien mehr erwartet, aber die sind ja auch nicht schlecht. Und in den Freundschaftsspielen war die Leistung ganz okay. Bis auf die vier Nation-League-Partien hatte Foda ja noch kein Pflichtspiel, also trotz der langen Dauer noch etwas früh, ihn zu beurteilen.

Übrigens ist mir aufgefallen, dass der Polen-Trainer, der sein Land jetzt statt Deutschland in Topf 1 geführt hat, ja auch bei Sturm war. Also noch ein Osim-Schüler als erfolgreicher Coach.